Unterschied zwischen Mikrobiologie und Molekularbiologie - Studium |
| Nachtbluete | 2008-02-12 11:15:33 |
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Beitrag #1 | Hallo!
Ich bin neu hier ;)
Möchte evtl Molekularbiologie studieren und hätte da einige Fragen und hoffe, dass mir hier vll jmd weiterhelfen kann!?
Was ist denn zB der Unterschied zwischen Mikro- und Molekularbiologie?
Danke :) | | acribio | 2008-02-14 11:29:57 |
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Beitrag #2 | Hallo Nachtblüte,
willkommen im Forum ;)
Diese Frage hatte ich mir anfangs auch x gestellt. Die Begriffe klingen recht ähnlich und man denkt irgendwie es ist alles das selbe. Mikrobiologie / Biochemie / Molekularbiologie - das ist es aber nicht!
Mikrobiologie ist wohl die ältere Fachrichtung und beinhaltet alles, was auf die Künste von Robert Koch zurückzuführen ist. D. h. es beinhaltet die Untersuchung, Kultivierung (z.B. auf Agar-Schalen) und Klassifizierung von Bakterien und Parasiten. Auch z. B. die Untersuchung der Wirkung von Antibiotika auf verschiedene Stämme, bzw. das Auffinden von neuen Antibiotika, oder das Verbessern von Kulturmedien. Wichtiges Instrument des Mikrobiologen ist das Mikroskop würde ich sagen.
Virologie/Immunologie gehören dazu, d. h. die Untersuchung von Viren und Phagen. Zu den Viren gehört natürlich das Herstellen von Antiseren, gegen die Viren. D. h. Man züchtet z. B. krankheitsübertragende Viren, tötet diese ab und präsentiert diese (Antigene) dann Zellen des Immunsystems (die weissen Blutkörperchen, die "Polizisten" im Blut) damit diese dann Antikörper dagegen entwickeln. Das passiert z. B. bei der Impfung gegen Pockenviren. Mikrobiologie ist wohl die Disziplin, die der Medizin am nächsten steht.
Die zweit jüngste Wissenschaft unter den genannten ist wohl die Biochemie. Die Biochemie umfasst die genaueren Untersuchungen der Abläufe in der Zelle und im Wesentlichen die Untersuchung der Proteine und Enzyme. Das Wichtigste Instrument für den Biochemiker ist die Zentrifuge. Mit Ihr kann man z. B. Zellorganellen abtrennen oder in aufwändigen Verfahren Proteine / Enzyme isolieren. Z. B. die Laktat-Dehydrogenase. Dies Enzym bewirkt eine chemische Reaktion, diese kann man genau untersuchen (wie schnell sie unter welchen Bedingungen abläuft etc.).
Oder das Insulin: Man kennt die Krankheit Diabetes schon recht lang und weiss, dass die Ursache ein Insulin Mangel ist. Dieses Protein muß man isolieren und z. B. die Aminosäure-Sequenz bestimmen. Das sind Tätigkeiten eines Biochemikers. Der nächste Schritt wäre dann die Synthese von Peptiden oder die Gewinnung von Insulin von Tieren (z. B. Rindern oder Schweinen) um dieses für den Menschen nutzbar zu machen. Möglich ist z. B. die Herstellung von Insulin in Bakterien. Mit "Biotechnologie" würde man dann die großtechnische Umsetzung so eines Labor-Verfahrens bezeichnen.
Beim Insulin sind wir nun an der Schwelle zur allerjüngsten Wissenschaft, der Molekularbiologie. Die allerbeste Beschreibung des Begriffes Molekularbiologie ist: Gentechnik.
Man weiss, dass Schweine-Insulin eine andere Aminosäure-Sequenz hat als humanes Insulin und dass Insulin von Artfremden Organismen allergische Reaktionen auslösehn kann. Wie kann man jetzt Abhilfe schaffen? Hier hilft nur die Änderung in der Gensequenz des Schweineinsulins (das nennt man Mutation). Dazu muß man natürlich die DNA sequenzieren, eines der wichtigsten Aufgaben eines Molekularbiologen. Wie kann man "Gen"-Stücke im Labor aufbewahren? Z. B. auf "Vektoren" also Viren, die man in ihrer Funktion beschnitten hat und die sich gut eignen darauf Genstücke zu "lagern". Diese kann man in Bakterien vervielfältigen und später z. B. "mutieren" und sequenzieren.
Ein wichtiges Verfahren des Molekularbiologen ist z. B. das "Screening":
Es ist möglich mit einem komplementären DNA-Stück (Gen-Sonde) zum Schweine-Insulin aus einer "Genbank" vom Menschen die DNA-Sequenz des humanen Insulins herausfinden. Eine Genbank ist ein Bakterienstamm, der das gesamte Genom eines Lebewesens in kleinere Stücke zerhackt, in die DNA/Proteine von Viren oder Phagen verpackt enthält.
Die modernste Technik der Molekulabiologie ist wohl die PCR (Polymerase Ketten-Reaktion) Mit ihr ist das Erzeugen und die Analyse von Genstücken beliebiger Sequenz (nahezu) ein Kinderspiel geworden.
Sie ermöglicht die direkte Synthese und Amplifikation von DNA-Strängen, die dann z. B. "kloniert" werden können, was ebenfalls zum Alltag des Molekularbiologen gehört. Hiermit wird das "Verpacken" von DNA auf ringförmigen DNA-Molekülen (die von Viren stammen) und das Einbringen dieser in Bakterien bezeichnet. Dadurch wird es möglich diese zu kultivieren, zu lagern und bei bedarf in großen Mengen herzustellen.
| | Nachtbluete | 2008-02-19 10:37:45 |
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Beitrag #3 | Cool vielen Dank!!
Dann tendiere ich eher zum Letzten, weil so Gen-Zeug hat mich schon immer fasziniert.
Und dann noch ne Frage, wenn die hier doch so toll beantwortet werden ;) : Und was ist dann der Unterschied zwischen Genetik und Molekularbiologie? Weil das gibts nämlich auch noch als extra Studienfach, glaub ich.
Weißt du auch, was man bei Biomedizin dann macht? ;)
DANKE!!! | | acribio | 2008-02-20 08:38:42 |
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Beitrag #4 | Hallo Nachblüte,
na Genetik beeinhaltet alles was mit der Genetischen Vererbung zu tun hat. Mendelsche Erbgesetze z. B., Kreuzungen von Tieren und Pflanzen. Da ist schon viel Wissen dabei, das VOR der genauen Aufklärung der DNA bekannt war. Statistik gehört bestimmt auch dazu, die genauen Studieninhalte kenn ich auch nicht, ich bin nämlich eigentlich Chemiker. Diese Gebiete überschneiden sich natürlich alle irgendwie.
Molekularbiologie hingegen ist eher die technische Seite. Molekularbiologie umfasst alle Techniken, die zur Veränderung von DNA/RNA nötig sind, um sie nutzbar zu machen. Lagerung von DNA, Sequenzierung, Erzeugung von Mutationen z. B. mit der PCR, Klonierung, Ligation von DNA (zusammenfügen von Strängen), Erzeugung von Vektoren, Transfektion/Transformation (Hineinbringen in einen Wirtsorganismus wie z. B. eine Zelle oder ein Bakterium), oder zb. Expression eines Mutierten Proteins und test von geänderten biochemischen Eigenschaften.
Biomedizin ist mir jetzt auch nicht geläufig, ich habe mal gesucht und das hier gefunden:
www.uni-mainz.de/studium/471.php
schau dir genau die Zielgruppe an. Biomedizin ist ein Aufbaustudium, also du mußt schon Biologe sein
| Biologinnen und Biologen erlangen im Rahmen des Studiengangs ein besseres Verständnis für medizinische Probleme und damit höhere Kompetenzen für die Mitarbeit in biomedizinischen Forschungslabors. |
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Ziel des Masterstudiengangs Biomedizin ist somit einerseits die Vermittlung von Spezialkenntnissen aus dem Bereich der Biologie (Vertiefung morphologischer und anatomischer Kenntnisse bei Wirbeltieren und Mensch, mit einem Schwerpunkt im neurobiologischen Bereich) und andererseits der Erwerb theoretischer Kompetenz in der Inneren Medizin/Pathophysiologie sowie in verschiedenen Gebieten der Theoretischen Medizin (z.B. Immunologie, Pharmakologie, Toxikologie). Darüber hinaus sollen in Form eines Demonstrationspraktikums Erfahrungen mit modernen klinischen Diagnoseverfahren vermittelt werden.
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| | Nachtbluete | 2008-02-20 13:37:20 |
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Beitrag #5 | DANKE!!! Jetzt bin ich schon vieel schlauer :) Super!! Vielleicht fällt mir jetzt die Entscheidung leichter, danke! | | Beiträge 1 bis 5 von 5 angezeigt. |